26.09.2008 06:28 | Aliki

augen auf bei der berufswahl

heute las ich in der ZEIT folgendes: sein vater arbeitet als schuhoberteilzuschneider, die mutter als vorleserin einer gräfin. ich würd sagen, die haben was richtig gemacht. gut, es handelt sich um die eltern einer 1921 geborenen person. und trotzdem: schuhoberteilzuschneider - hut ab. nicht nur "schuster". das klingt passabel und nach ehrlicher arbeit, hat zukunft (schuhoberteile werden ja HEUTE noch gebraucht!) und auch die nachwelt hat was davon - jetzt und hier zum beispiel. auch vorleserin einer gräfin hat natürlich was. kommt natürlich auch auf einiges an, also: wielange muss man da am stück vorlesen. und wo? also nur im wohnzimmer oder auch draußen - und falls ja: wie ist das wetter. mag die gräfin regen und wind, hat man als vorleser schon pech. und vor allem: was für einen büchergeschmack hat madame? die bronte-schwestern wären genehmigt, auch cervantes ginge klar. was aber, wenn sie auf schundromane und ärzteheftchen - die es damals sicherlich auch schon gab - steht? auch wenn die stellenbezeichnung noch so toll klingt: augen auf bei der berufswahl!

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